Wir feiern heute unser 4jähriges!

Wir feiern heute unser 4jähriges!

Wir feiern heute unser 4jähriges! 640 480 Zepsch

Vor genau 4 Jahren, am 2. April 2022 sind wir zusammengewachsen! Wir, die Evangelische Kirchengemeinde Zepernick – Schönow! Wo ist nur die Zeit geblieben?

Es war ein Tag des Zusammenwachsens! Es war ein Tag der Freude!

Und ja, es ist eine Freude, dass die Ev. Kirchengemeinde Zepernick und die Ev. Kirchengemeinde Schönow noch näher zusammengerückt sind. Bisher waren wir ein Pfarrsprengel mit unabhängigen evangelischen Kirchengemeinden, aber nun sind wir eine Gemeinde: Die Evangelische Kirchengemeinde Zepernick – Schönow.

Am 1. April 2022 war die amtliche Fusion und ein Tag später haben wir diese Vereinigung gefeiert.

Schön war es, trotz der eisigen Kälte, trotz tanzender Schneeflocken. Viele engagierte Menschen haben diesen Tag zu etwas Besonderen gemacht.

Die Fusionsfeier begann um 14 Uhr mit einer Andacht unter dem Motto „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob“ (Römer 15,7).

Ein klares Ja! Wir nehmen uns an, mit all unseren Energien, Kompetenzen, so wie wir sind. Wir vereinigen uns, unsere Synergien und lassen Neues entstehen, bewahren aber auch Alt – Bewährtes und Gutes.

Der Tag selbst glich einer Hochzeit: Der Bräutigam, der GKR Vorsitzende aus Zepernick Wolfgang Bartsch und die Braut Jutta Krahl (GKR Vorsitzende Schönow) schritten nach der Andacht gemeinsam durch ein Besucherspalier vor der Kirchentür der St. Annenkirche und hörten eine wunderbar heitere Rede mit historischen Zügen. Harro Semmler, er stieß die Fusion an, begleitete sie federführend und kann somit mit Fug und Recht als „Brautvater“ gesehen werden.

Auszüge aus seiner Rede beschreiben die Tragweite der Entscheidung für unsere Kirchengemeinde wohl am besten;

„(…) Wir sind hier an der Heimstatt des Bräutigams. Die Annenkirche ist seit 1240 seine Heimat. Im Alter von gerade über 200 Jahren bekamen Bräutigam und sein Dorf mit dem Berliner Domstift neue Eltern. Fast vierhundert Jahre blieb die Familie zusammen. Erst zur Zeit der Herbstrevolution 1848/49 in Berlin wurde unser Bräutigam aus der Familie entlassen. Die Wirren der Bismarck‘schen Zeit, der ersten Republik, zweier Weltkriege, Besatzungszeiten und sozialistische Experimente konnten ihm und seinem weltlichen Besitz nichts anhaben. Es war schließlich eine aktive unblutige Revolution, die unserem Bräutigam dann zu sicherem Auskommen und auch zu etwas Wohlstand verhalf. Auch die Braut hat ehrwürdige Reife und Vergangenheit. Schon um 1400 entstand für sie das erste Haus. Auch dort wurde mehrfach verändert und zugebaut. Der erste Turm wurde Opfer des Roten Hahns. Seit über 160 Jahren ist auch sie stolz auf ihren Backsteinturm. Zur Mitgift gehört auch die 144jährige Orgel, ein originales Schmuckstück. Beide, Braut und Bräutigam, lebten lange eigenständig und unabhängig. Die Jahrhunderte des Nebeneinanders brachten partnerschaftlich keine übermäßige Nähe. Erst mit dem Ruhestand des väterlichen Beraters Lautenschläger, dann mit dem Ruhestand von Natho änderte sich das. Plötzlich stand nur noch ein Betreuer beiden Brautleuten zur Seite. Erst übergangsweise Frau Beier, dann förmlich – Konsistorium bestimmt -Herr Fröhling. Nun musste versucht werden, Gemeinsamkeiten aufzudecken und Abstimmung zu üben. Jetzt merkten unsere beiden Singles, dass sie den Blick einander doch aufmerksamer zuwenden mussten. Aber wie heißt es so schön:

1000 Mal berührt, 1000 Mal ist nichts passiert, 1000 und 1 Nacht, dann hat es wumm gemacht….

Und siehe da, ganz langsam keimte Sympathie und Verständnis für einander. Es entwickelten sich gemeinsame Aktivitäten. Ja, man fand Gefallen am Miteinander. Irgendwann – so schien es mir – war die Zeit dann reif, den Sprung zur Gemeinsamkeit zu wagen. Braut und Bräutigam sind gesprungen, Kirchenkreis und Landeskirche haben applaudiert und ihren Segen beurkundet. Ein gemeinsames Siegel gibt amtliches Gewicht. Das wollen wir heute alle gemeinsam feiern.

Auf eine gesegnete dauerhafte und harmonische gemeinsame Zukunft von Schönow und Zepernick!“

Nach der feierlichen Unterzeichnung und der Siegelung einer Fusionsurkunde ging es nach Schönow zum geselligen Teil der Feier. Mit Polizeieskorte fuhren zwei mit Blumen geschmückte Traktoren mit dem Brautpaar und dem trotz der Kälte unermüdlich spielenden Posaunenchor und Gemeindemitglieder auf geschmückte Fahrräder nach Schönow.

In Schönow wartete schon ein Sektempfang, bei dem auch die Bürgermeister aus Bernau und Panketal, André Stahl und Maximilian Wonke, zur Vereinigung gratulierten.

Birgit Reinermann überreichte dem „Ehepaar“ ein paar Blumenzwiebeln als Symbol des Wachsens und „der Wurzeln, die schon lange geschlagen waren“ und freut sich auf die gemeinsame lebendige Arbeit in der Ev. Kirchengemeinde Zepernick – Schönow.

Ein Leitsatz unserer Kirchengemeinde ist seit einiger Zeit „Gott malt mit bunten Farben“ und auch an diesem Tag gestalteten viele Menschen dieses Fest in vielerlei Hinsicht bunt, sei es kulinarisch, bewegt oder kreativ.

Es war ein Tag der Begegnung und trotz des Wetters schauten viele Familien vorbei, nahmen einen selbstgestalteten Blumentopf mit gesäten Samen mit nach Hause, ließen sich ein Glitzertattoo „verpassen“ und hinterließen einen Farbtupfer auf einem Bild, auf dem unsere beiden Kirchen zu sehen sind. Der schöne Tag endete mit dem Kanon „Nehmt einander an…“ und einem Abschlusssegen.

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